Vorheriger PapstListe aller PäpsteNachfolgender Papst

Petrus (Hl.)

Petrus (Hl.)
1, Petrus (Hl.), Simon, , 33(?)-67(?), , Das Petrusamt geht auf die Erwählung des Apostels Petrus durch Jesus zurück. Jesus übertrug Petrus eine herausragende Rolle inmitten der Apostel. Man versteht die Institution des Papsttums am Besten, wenn man sich die neutestamentlichen Texte anschaut, die die Rolle des Petrus zum Thema haben. Diese Rolle des Petrus ist das Fundament für das spätere Amt des Papstes, das sich daraus entwickelt. Von Jesus gestiftete Beziehungen werden Strukturen der jungen Kirche. Petrus stammte aus Bethsaida am See Genezaret (Joh 1,44) und ging dort seinem Beruf als Fischer nach, zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder Andreas. Andreas war bereits Schüler des Johannes des Täufers, des berühmtesten Bußpredigers seiner Zeit, gewesen - das wird wohl auch ein Licht auf Simon Petrus werfen. Nach dem Johannesevangelium ist es Andreas, der seinen Bruder Petrus auf Jesus hinweist. Von daher rührt die Benennung des Andreas als des "Erstberufenen" in der orthodoxen Kirche bis heute. Die anderen drei Evangelien schildern Petrus als denjenigen, den Jesus als ersten zusammen mit seinem Bruder Andreas erwählte. Das wesentliche ist jedoch, dass beide von Jesus erwählt wurden. Nicht die Schüler suchen sich ihren Lehrmeister, sondern der Lehrer Jesus beruft den Petrus. Jesus, Petrus und die Apostel Jesus wählte sich Männer und Frauen in seinen Jüngerkreis, da er sich gesandt fühlte, ganz Israel das Hereinbrechen der Gottesherrschaft zu verkünden. Seit er sich vom Kreis Johannes des Täufers abgelöst hatte, zog er mit seinen eigenen Schülern in Galiläa und Judäa umher. Aus diesem immer umfangreicher werdenden Jüngerkreis wählte er bewusst 12 Anhänger aus, die den engsten Kreis bilden sollten. Sie werden die zwölf Boten für ganz Israel sein, Gesandte an seiner Statt: Sie sollen allen 12 Stämmen, aus denen das ideale Israel besteht, das Hereinbrechen der Gottesherrschaft in diese Welt verkünden und es zur Erneuerung rufen. Mit dieser Zwölfergruppe erhob Jesus einen hohen Anspruch: Die Sendung des Jesuskreises ist an ganz Israel gerichtet, an das von Gott erwählte Volk. Er will keine Sondergruppe, keine Partei und auch keine neue Sekte gründen. Die Zwölf sind daher im Neuen Testament der Organisationskern, um den sich später die Kirche sammelt. Jesus hat in seinem Schülerkreis ganz bewusst solche Organisationskerne geschaffen, die sich dann später zu tragfähigen Strukturen weiterentwickeln konnten. Der engere Apostelkreis und die "Säulen" von Jerusalem Vereinzelt wählte sich Jesus aus dem Zwölferkreis drei aus, die er mit Ehrennamen benannte und zu besonderen Gelegenheiten mitnahm: Simon nannte er aramäisch Kepha (="Kaphas",griechisch Petros, der Fels), Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die er Boanerges nannte. Diese Drei hatte er bei der Verklärung auf den Berg mitgenommen. Im Markusevangelium werden die Berichte von diesem engeren Jüngerkreis mitgeteilt. Im Matthäus-Evangelium werden diese Passagen so umgeformt, dass der engere Jüngerkreis gar nicht mehr erscheint, sondern der EINE Apostel hervorsticht, den Jesus als Mitte und Fels inmitten der Zwölf gestellt hat: Simon Petrus. Nach dem Tod des Jakobus, des Sohnes des Zebedäus, der bereits 44 nach Christus als erster Märtyrer aus dem Kreis der Zwölf umgebracht worden war, nahm immer stärker ein anderer Jakobus dessen Leitungsrolle in der hebräischsprachigen Urgemeinde ein. Dieser Jakobus hat in der Bibel den Beinamen "Bruder des Herrn", weil er mit Jesus nahe verwandt war. Als später Paulus nach Jerusalem hinaufzog, um sein Evangelium mit dem der vorösterlichen Apostel abzustimmen, traf er dort die Urgemeinde an, die sich um den engeren Apostelkreis versammelt hatten. Paulus nennt im Gal diese drei als die "drei Säulen"(gr. "styloi"): Jakobus den "Herrenbruder", Simon Petrus und Johannes. (Zitat ThWNT styloi. ) Offensichtlich gab es also eine Kontinuität des engeren Apostelkreises der Drei auch nach der Auferstehung Jesu. Alle Evangelien bezeugen jedoch, dass EIN Apostel von Jesus in besonderer Weise berufen wurde: Simon, den Jesus "Kepha,Felsen" nannte - einen aramäischen Titel, den sogar die hellenistischen Christen voller Respekt als "Kephas" im Griechischen weiter verwendeten und dann später in das griechische "Petros" und das lateinische "Petrus" übertrugen. Paulus focht mit Petrus und den anderen Säulen in Jerusalem die Frage aus, wie sich die Kirche angesichts der Herausforderung der Missionierung der hellenistischen Welt und nicht nur Israels verhalten soll. Petrus scheint in diesen Auseinandersetzungen zwischen der stärker judenchristlich orientierten kirchlichen Gruppe um den Herrenbruder Jakobus und den heidenchristlichen Positionen um Paulus eine Vermittlerfunktion eingenommen zu haben. Paulus hat dem Petrus im Galaterbrief Wankelmütigkeit vorgeworfen, doch scheint Petrus seine Rolle als Vermittler und Brückenbauer zwischen den Positionen in Antiochien in ausgezeichneter Weise umgesetzt zu haben. Die christliche Mission ging mit den in Antiochien ausgehandelten Kompromissen in der Urchristenheit weiter, kam nach Rom und in die ganze Welt. Petrus der Fels "Du bist Petrus, und auf diesen Fels werde ich meine Kirche bauen". Im Markusevangelium wird Petrus herausgehoben als der Apostel, den Jesus selbst "Kepha" nennt. Mit dieser Bezeichnung für einen Menschen, der zugleich sehr oft als wankelmütig beschrieben wird, wird ihm etwas zugesprochen, was über sein Naturell hinausgeht. Das Matthäusevangelium bringt diese Rolle mit dem berühmten Text, der auch im Petersdom prangt, ins Wort: Mt 16,17-19. Petrus wird berufen (Mk 2,17) zu einem Gesandtendienst im Gefolge Jesu, um das Gottesreich zu verkünden. Zusammen mit den beiden Donnersöhnen wird Petrus von Jesus mitgenommen zu herausragenden Ereignissen in dessen Leben. Mt 10,2 belegt die Sonderstellung, die Petrus im Zwölferkreis einnahm. Petrus war es auch, der als Jüngersprecher ein Bekenntnis zu Jesus als dem Messias abgab, an das sich alle erinnerten. Er hat - wenn auch damals noch nicht in der Klarheit, was das am Ende bedeuten wird - als erster verstanden, dass Jesu Rolle über die Rolle eines Wundertäters und Predigers vom Reiche Gottes hinausgeht. Petrus, der Jesus von den Jüngern offensichtlich am längsten kannte, verleugnete - und auch das ist einhellige Überlieferung in der Bibel - am Ende des irdischen Lebens Jesu während dessen Gerichtsprozess seinen Lehrer und tat so, als kenne er ihn nicht. Dieses persönliche Scheitern ist jedoch aufgenommen in die mutige Rolle des Petrus nach der Auferstehung Jesu. Nach einhelligem Zeugnis der Bibel war Petrus der Erstzeuge der Auferstehung Jesu. Die Bibel nennt drei wesentliche Aufgaben, die Petrus in der Kirche hat: a) die Geschwister stärken (Lk 22,31f.) b) Binden und Lösen, Entscheidungen fällen und richten (Mt 16,7-9) c) und den Hirtenauftrag zur Sorge um alle Gläubigen (Joh 21,15-17) Beziehungen werden Strukturen Die Entwicklung von der Rolle des Petrus zum Amt des Papstes entspringt dem Transfer seiner Rolle in der Jüngergemeinschaft vor Ostern auf kirchliche Strukturen in der Zeit nach der Auferstehung Jesu. Dieses Prinzip, das man in der Kirchengeschichte oft beobachten kann, ist die nachösterliche Übertragung von Beziehungen aus der Bibel auf Strukturen: In Beziehungen Jesu zu Gott und den Menschen gründen die Strukturen der kirchlichen Organisation. Dieser Transfer ist bereits in der Bibel angelegt. Zum Beispiel wird Im Johannesevangelium, das erst gegen 100 als jüngstes der kirchlichen Evangelien geschrieben wurde, ganz offensichtlich in der Beziehung zwischen Petrus und dem "Jünger, den Jesus liebte" die innerkirchliche Struktur zwischen den Christgläubigen in den johannäischen Gemeinden und der Leitfigur der Gesamtkirche abgehandelt: Wenn auch der "Jünger, den Jesus liebte" zuerst zum leeren Grab kommt, so lässt er dem langsameren "Offiziellen" Petrus den Vortritt, ins Grab zu treten. Das Charisma orientiert sich an der innerkirchlichen Autorität. Da dieses Evangelium etwa 40 Jahre nach dem Tod des Petrus geschrieben ist, ist Petrus in dieser Geschichte als Chiffre für die innerkirchliche Autorität zu verstehen. Wer christlich glaubt, soll sich an diesen offiziellen innerkirchlichen Strukturen orientieren, sagt das vierte Evangelium, und holt damit die Menschen, die aus der Spiritualität leben, herein in die Strukturen der Kirche. Diese biblischen Texte zeigen damit auch, dass die Autorität des biblischen Petrus nicht mit seinem Märtyrertod abgestorben ist, sondern sich als bleibende Orientierung in der Kirche weiterentwickelte. Als die Kirche nach einem längeren Findungsprozess ihre Strukturen ausbaute, bekam daher das Petrusamt, das man in dem Bischof von Rom als dem Nachfolger des dort gemarterten Apostels Petrus erkannte, ab dem vierten Jahrhundert die zentrale Funktion in der Kirche, die es bis heute hat. Petrus als Leitfigur der Gesamtkirche ist Fundament für das Papsttum in dessen Leitungsfunktion der Gesamtkirche. Die Beziehungsstrukturen des Petrus im Jüngerkreis um Jesus herum sind Leitlinien für das Papstamt, die Leitung der Kirche in rechter Weise auszuüben. Es ist daher von solcher Wichtigkeit für alle in der Kirchenleitung wie auch allen Christgläubigen, in der Frage von Leitung und Gehorsam, Vielheit und Zusammenhalt in der notwendigen Einheit in die Bibel zu horchen und von dort zu lernen, wie Jesus Beziehungen in seiner Kirche möchte. Fels, Säulen und Apostel als Strukturkerne der christlichen Gemeinde müssen ihre Beziehungen untereinander nach dem Zeugnis der Beziehungen innerhalb des Jüngerkreises Jesu im Neuen Testament gestalten. Als die beiden Jakobus und Johannes, die Jesus mit Petrus als einen engeren Apostelkreis heraushob, sich in Machtfragen verstiegen (Mt 16), hat Jesus ihre Machtgelüste aufgenommen und umgekehrt: Wer unter Euch der Herrscher sein will, soll der Diener aller sein. Darin ist begründet, dass nach Papst Gregor I. die Päpste gelernt haben, sich als "servus servorum Dei" zu nennen. Diener der Einheit Nach den langen Irrwegen der Kirchengeschichte, die die Kirche oft und in viele Lager gespalten sieht, erkennt man in der Gegenwart immer mehr die Einheitsfunktion, die im Petrusamt angelegt ist. Die Bestärkung der Brüder (Lk 22,32), das Entscheiden und Leiten sind ein wichtiger Dienst für die Kirche. Die Vielfalt, die Jesus in den Strukturen der Gemeinde seiner Jünger angelegt hat, wird durch das Petrusamt gebündelt. , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Weitere Informationen zu Petrus (Hl.) in der Enzyklopädie Wikipedia

© Animabit Multimedia Software GmbH

Animabit 3D-DVD "Die Welt der Päpste"

Eine virtuelle Zeitreise durch die Welt der Päpste "Die Welt der Päpste" lässt Sie in eine virtuelle Welt eintauchen, in der Sie die Kirchengeschichte dreidimensional ganz neu erleben können. Mit 3D Animationen wird die Geschichte aller Päpste wieder lebendig. Sie können den Petersplatz und den Petersdom interaktiv erleben. In 20 Themenräumen wird das Papsttum vorgestellt. Eine Zeitreise führt Sie zu markanten Schwerpunkten der Geschichte des Papsttums im Zeitenmeer. Im Labyrinth machen Sie sich auf die Suche nach den Papstschlüsseln. Auf dem Kapellplatz in Altötting erleben Sie mit Papst Benedikt das geistliche Zentrum, das ihn geprägt hat. Alle 265 Päpste und ihr Wirken sind in ebenso vielen Räumen mit vielen Bildern und Texten dokumentiert. Alle Räume können über Internet aktualisiert werden. Lexikonartikel zu allen 265 Päpsten und Links ins Internet eröffnen Ihnen zielführende Erkundungstouren ins Internet.