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Franz Böhmisch, Die Nabatäer
Die nabatäischen Inschriften

Das nabatäische als westaramäische Schrift hatte den Duktus der persischen Reichsaramäischen Schrift von allen Dialekten am besten bewahrt. Die Tendenz zur Kursivschreibung und zu Ligaturen, also zur Verschmelzung von Buchstaben, hat dann später zur arabischen Schrift hingeführt. Die Nabatäer haben auch in Inschriften ihr Arabisch in aramäischer Schrift geschrieben und damit die Schriftkultur Arabiens vorbereitet. Eine bedeutende Inschrift in der Nähe von Avdat, die 1979 von A. Roones gefunden worden war und A. Negev 1986 im IEJ veröffentlichte, soll als Beispiel dienen. Sie lautet in deutscher Übersetzung:

"Möge der das liest in guter Erinnerung behalten werden vor Obodas dem Gott, und möge dort in Erinnerung bleiben, wer ... Garm'alahi Sohn des Tajm'alahi eine Statue vor Obodas dem Gott. Und er handelt weder für Nutzen noch für Gnade. Und wenn Tod uns bestimmt, laß uns nicht bestimmt sein. Und wenn Bedrohung sucht, laß sie nicht uns suchen. Garm'alahi schrieb das mit seiner eigenen Hand."

An dieser Inschrift sieht man erstens die Vergottung des Königs Obodas, die in der Nähe der Stadt Oboda natürlich weniger verwunderlich ist, und zweitens die fast ausschließlich arabischen Namen der Nabatäer. Eine Besonderheit der Inschrift ist zudem, daß die mittleren Zeilen zwar auch in aramäischer Schrift geschrieben sind, aber in einen Dialekt der arabischen Sprache wechseln, der dem Hocharabischen sehr nahe steht. 

 
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