| Die
nabatäischen Inschriften
Das nabatäische
als westaramäische Schrift hatte den Duktus der persischen Reichsaramäischen
Schrift von allen Dialekten am besten bewahrt. Die Tendenz zur Kursivschreibung
und zu Ligaturen, also zur Verschmelzung von Buchstaben, hat dann später
zur arabischen Schrift hingeführt. Die Nabatäer haben auch in
Inschriften ihr Arabisch in aramäischer Schrift geschrieben und damit
die Schriftkultur Arabiens vorbereitet. Eine bedeutende Inschrift in der
Nähe von Avdat, die 1979 von A. Roones gefunden worden war und A.
Negev 1986 im IEJ veröffentlichte, soll als Beispiel dienen. Sie lautet
in deutscher Übersetzung:
"Möge
der das liest in guter Erinnerung behalten werden vor Obodas dem Gott,
und möge dort in Erinnerung bleiben, wer ... Garm'alahi Sohn des Tajm'alahi
eine Statue vor Obodas dem Gott. Und er handelt weder für Nutzen noch
für Gnade. Und wenn Tod uns bestimmt, laß uns nicht bestimmt
sein. Und wenn Bedrohung sucht, laß sie nicht uns suchen. Garm'alahi
schrieb das mit seiner eigenen Hand."
An dieser
Inschrift sieht man erstens die Vergottung des Königs Obodas, die
in der Nähe der Stadt Oboda natürlich weniger verwunderlich ist,
und zweitens die fast ausschließlich arabischen Namen der Nabatäer.
Eine Besonderheit der Inschrift ist zudem, daß die mittleren Zeilen
zwar auch in aramäischer Schrift geschrieben sind, aber in einen Dialekt
der arabischen Sprache wechseln, der dem Hocharabischen sehr nahe steht. |