| Die
Entdeckungsgeschichte
Literatur:
Manfred
Lindner, Geschichte der archäologischen Erforschung Petras, in: ders.
(Hg.), Petra. Königin der Weihrauchstrasse [Katalog], VKA-Verlag:
Fürth o.J. [1990], 1-5; M. Lindner, Petra und das Königreich
der Nabatäer. Lebensraum, Geschichte und Kultur eines arabischen Volkes
der Antike, 4. verb. Auflage München 1983, 9-16 (Lit.).
Petra wurde
erst 1812 aus der Vergessenheit zurückgeholt. Zwar ist bereits in
einer Karte von 1777 Petra richtig eingezeichnet, in der aus Diodor, Josephus
und anderen Quellen mit ihren Entfernungsangaben der Ort sozusagen trigonometrisch
errechnet worden war. Der erste Europäische Forschungreisende, der
Petra erreichte, war 1807 U.J. Seetzen, doch konnte erst J. L. Burckhardt
den Ort als Petra identifizieren, weshalb er als Entdecker Petras gilt.
Petra liegt im Wadi Musa inmitten eines Gebirgsmassivs sehr geschützt.
Die Stadt war von Bächen und Flüssen durchzogen, die regelrecht
überdacht wurden. Die Gewalt der Winterregen und der dann angeschwollenen
Wadi-bäche hat im Lauf der Jahrhunderte daher vieles mit sich fortgerissen
und nur die Bauten an den Felswänden und in geschützen Lagen
übrig gelassen. Das Nieveau der Stadt muß man sich daher im
Zentrum höher gelegen vorstellen. In diesem Jahrhundert erst wurde
das Theater ausgegraben (1962-1963), 1973 Ausgrabungen im Temple der geflügelten
Löwen durchgeführt. 1982 konnte F. Zayadine einen Nabatäischen
Töpferladen mit Brennofen freilegen, in dem sogar noch frisches Rohmaterial
am Ort aufzufinden war. 1990 wurde von Kenneth W. Russel eine byzantinische
Kirche in Petra entdeckt und ausgegraben, in der 1993 von Pierre Bikai
vom American Center of Oriental Research (ACOR) eine sensationelle Entdeckung
von Handschriften gemacht werden konnte. Die 152 Papyri aus der Zeit von
528-582 mit griechischen Texten, die wenige Zeilen Latein und einige Namen
und Worte in Nabatäisch enthalten, hatten deshalb die Zeiten überdauert,
weil sie durch einen Brand der Kirche außen verkohlten und dadurch
vor dem Verfall geschützt wurden. Von 1994-1995 wurden die Papyri
konserviert und werden z.Zt. von den Papyrologen Ludwig Koenen, ( University
of Michigan), und Jaakko Frösén (University of Finland) bearbeitet.
Durch einen klaren Vertrag aller Beteiligten mit Deadlines für die
Publikation sollen Probleme wie die Verzögerungen bei der Publikation
der Qumran-Handschriften vermieden werden. Shanks schreibt über die
in Petra aufgefundene Kirche: "The church where the scrolls were found
is a magnificent tri-apsidal structure with some of the finest mosaics
ever disovered in a country extraordinarily rich in mosaics." Die byzantinische
Kirche scheint aus nabatäischen und römischen Relikten erbaut
gewesen zu sein. In Khirbet al-Mudayna südlich von Amman ist 1996
ein nabatäischer Tempel und ein Lagerhaus ausgegraben worden. Die
wichtigen archäologischen Zeitschriften wie ZDPV, IEJ, PEQ oder ZDMG
bringen daher in den letzten Jahren laufend neue Forschungsberichte über
Ausgrabungen im Ostjordanischen Gebiet und besonders an nabatäischen
Stätten.
F.B. |